Gestartet haben wir (Margarida, Tiago, Ben, Michal und ich) unsere Rundreise am Montag nicht wie geplant um halb zehn, sondern erst gegen elf. Die Unpünktlichkeit der anderen hat uns jedoch diesmal genützt, da wir statt dem urprünglichen Fiat Punto plötzlich einen Skoda Octavia zur Verfügung gestellt bekamen, was das Reisen natürlich viel angenehmer machte.
Nach einem kurzen Stopp in Campo de la Criptana - die anderen wollten auch endlich mal Windmühlen sehen - gings weiter Richtung Granada. Dem ersten Etappenziel.
Die Fahrt dauerte verhältnismässig lange, jedoch genossen wir die spanische Landschaft, die so unglaublich schnell ihr Erscheinungsbild wechselt. Von Cuencas Bergen ausgehend, ist man schnell in einer weiten Ebene, jedoch nur um plötzlich wieder durch fast schon bergiges Gebiet zu fahren.
Da ich ja schon einmal ein paar Tage in Granada genossen habe, übernahm ich die Rolle des Fremdenführers. Auch beim zweiten Mal ist diese Stadt noch großartig, etwas fremdartig und überaus interessant. Ich glaube, ich könnte Tage damit verbringen, durch Granada zu spazieren!
Unser Hostel war leider ein kleiner Missgriff - obwohl Swimmingpool und großer Spaß, mussten wir dann diverses Getier im Zimmer töten, was die Freude etwas trübte. Nach einer schlecht verbrachten Nacht - *angstvorspinnenundschaben* - genoss ich für circa zwei Stunden die Sonne vor der Alhambra, während die anderen diese von Innen bewunderten. Der anschließende Spaziergang durchs Araberviertel war für alle eine angenehme Abwechslung - mit echtem arabischen Tee und einigen "Gelegenheitskäufen" ;-)
Die Weiterfahrt nach Málaga war angenehm - leider Málaga an sich nicht. Nachdem uns der Taxifahrer nicht einmal mit einer Wegbeschreibung helfen wollte und wir uns anhand schlechter Stadtkarten in der Stadt orientieren mussten - hatte keiner das Bedürfnis, diese Stadt ganz genau kennenzulernen. Da das Hostal unauffindbar blieb, entschieden wir, den Abend mit einem fast schon Mitternachtspicknick quasi zu beschließen. Mit wunderschönem Blick aufs Meer kam uns dann auch die Idee im nahegelegenen Parador um Hilfe zu fragen - die Damen erklärten uns den Weg und so hatten wir doch noch einen Schlafplatz in Málaga gefunden :-)
Am nächsten Tag gings nach einem netten Frühstück Richtung Ronda.
Bevor wir das hübsche Städtchen erreichten, kreuzten wir noch Marbella. Dieser berühmte Strandort ist meines Erachtens nach hässlich und zugekleistert mit Hotelkomplexen - das Hinterland ist jedoch traumhaft. In den Hügeln finden sich kleine weißgetünchte Dörfer oder einzelne Fincas - am Horizont noch Blick aufs Meer...
Ronda erfüllte, was es versprach - sprich, was die Erzählungen versprachen. Dieser pitoreske Ort erinnert aufgrund seiner bergigen Lage etwas an Cuenca - Palmen und mehr Grün verleihen ihm jedoch einen exotischeren Touch. Ich glaube, man könnte stundenlang durch Ronda spazieren und sich von dessen Schönheit berieseln zu lassen. (Vielleicht erwähnenswert, dass das Wetter immer traumhaft sonnig war - fast schon zu heiß.)
Córdoba ist eine kleine, angenehm ruhige Stadt, wie ich sie kennengelernt habe. Der Spaziergang durch die "Judería" war aufgrund der schlichten Schönheit dieses Viertels beeindruckend und angenehm ruhig. Da die Temperaturen so angenehm waren, dass man auch um ein Uhr nachts noch quasi ärmellos gehen konnte, beschlossen wir, einen "Gastgarten" aufzusuchen. Es machte sich also richtig Urlaubsstimmung breit :-)
Der folgende Tag war leider der letzte unserer gemeinsamen Reise und auch leider der endgültige Abschied von Margarida und Tiago! (Ich hoffe jedoch, es geht sich im nächsten Jahr eine Portugalreise und somit ein Besuch bei ihnen aus!)
Bevor der endgültige Abschied jedoch anstand, besichtigten wir die Mezquita (sehr gut zu wissen, dass die vor zehn Uhr vormittags gratis zu betreten ist) - und das Alcazar. Der Alcazar war weniger beeindruckend - der Blick über die Stadt jedoch recht nett.
Die Mezquita beeindruckte mich schon sehr, kennt man diese Baulichkeiten ja aus jedem Geschichts- und Religionsbuch. Spannend, dies nun in "Echt" zu sehen - diese Mischung aus islamischer und katholischer Architektur.
Die Mezquita beeindruckte mich schon sehr, kennt man diese Baulichkeiten ja aus jedem Geschichts- und Religionsbuch. Spannend, dies nun in "Echt" zu sehen - diese Mischung aus islamischer und katholischer Architektur.
Nach einem "Wassermelonen-Menu" in der Sonne und einem letzten "Drücken" und Mail-Adressen-Austausch fuhren Margarida, Tiago und Ben mit dem Auto nach Cuenca zurück, während sich Michal und ich auf den Weg nach Sevilla machten.
Weiteres Highlight war die Plaza Espana. In jedem noch so kleinen Ort in Spanien scheint es eine Plaza Espana zu geben - diese hier ist jedoch besonders beeindruckend. Anscheinend für irgendeine internationale Ausstellung 1929 erbaut, steht auf diesem Platz nun ein prunkvolles, wunderschönes Gebäude - eigentlich kann man das gar nicht beschreiben, man muss es gesehen haben!
In Sevilla - wie auch in Granada - hab ich mich ein wenig verliebt. Beide Städte sind so symathisch und freundlich - strahlen soviel angenehmes Ambiente aus, dass ich gerne mehrere Tage dort verbracht hätte. Sevilla liegt zwar kilometerweit vom Meer entfernt, der Guadalquivier ist jedoch so bereit, dass er einem ein wenig das Gefühl von "Meer" vermittelt. (Dh. die Leute baden darin, es gibt eine schöne Uferpromenade etc.)
Nach einem letzten stärkenden Kaffee auf der Plaza Mayor, die laut Reiseführer eine der schönsten Plätze Spaniens sein soll (meine Meinung ist dies nicht!), traten wir die Heimreise nach Cuenca an.
Somit habe ich in wenigen Tagen mein Bild von Spanien revidiert - Spanien ist nicht uninteressant, wie ich lange dachte, im Gegenteil bietet es superviel Sehenswertes, Interessantes und Beeindruckendes.
Zurück in Cuenca habe ich erfahren, dass ich alle Examen bestanden habe - somit steht mir eine relativ stressfreie letzte Woche in Cuenca bevor - die ich bei aller Vorfreude auf "Daheim" noch in vollen Zügen genießen werde. (Vor allem, da es im Moment ja nicht regnet hier!)
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