Donnerstag, 29. Mai 2008

Aranjuez und "Erfahrungswerte"

Weil mittwochs der Eintritt für EU-Bürger frei ist, beschlossen wir an Birgits letztem Mittwoch noch einen Ausflug nach Aranjuez zu machen.
Aranjuez liegt circa vierzig Minuten von Madrid entfernt und beherbergt die Sommerresidenz der spanischen Könige. Das heißt heute wohl nicht mehr.

Bei strahlendem Sonnenschein und der Hoffnung auf gutes Wetter verließ ich Cuenca - wieder mit dem Zug, der diesmal zum Glück weniger wackelte - richtung Aranjuez. Wenige Minuten nach mir traf auch Birgit ein und wir machten uns auf die Suche nach dem Palast. Erwähnenswert vielleicht, dass schon wieder dunkle Wolken am Himmel zu sehen waren.


Der Palast - so groß er ist - ist nicht zu verfehlen, aufgrund diverser Renovierungsarbeiten und des dunkelgrauen Himmels sind die Fotos jedoch unspektakulär.
Der Spaziergang durch die Punkzimmer versetzt einen in eine andere Zeit - neben in farbenfroh ausgestatteten Schlaf-und Wohnräumen im Barockstil bekommt man auch einiges an Hausrat aus dem achtzehnten Jahrhundert zu Gesicht. (Kinderspielzeug, Uniformen, Ballrobem, Fächer etc.)
Hier sind auch die Brautkleider von Königin Sophia, Prinzessin Laetizia und den Infantinen Elena und Christina augestellt. (Nett anzusehen)

Überrascht mussten wir feststellen, dass wir trotz geruhsamem Gang durch das Schloss lediglich eine halbe Stunde benötigt hatten. Aber Aranjuez bietet ja mehr - zum Beispiel schöne Gärten und das Museo Taurino.
Wegen des nun doch eingesetzten Regens verkürzten wir den Rundgang im Parkt und machten uns auf die Suche nach dem Tourist Office. Trotz der schlechten Beschilderung endlich gefunden, die schlechte Nachricht, dass das Museum geschlossen hat. Die Überlegung das Schloss ein zweites Mal zu besichtigen wurde schließlich doch verworfen und gegen eine Fahrt durch Aranjuez mit dem "Chiquitrén" ersetzt.

Dieser lustige Bummelzug fährt Touristen aus aller Welt quer durch Aranjuez spazieren, großteils durch den Parque del Principe, der den Beschreibungen der Reiseführer entspricht und tatsächlich sehr schön ist. Leider hatten wir das "Glück" diese Fahrt gemeinsam mit einer Gruppe von "spanischen Frauen über fünfzig" zu machen. Die vor lauter Aufregung ob dieser Reise (meine Unterstellung) herumkreischten, -schrien, -sangen... Fast schlimmer als die Schulklassen, die sich rund um den Palast versammelt hatten.
Da sich jedoch die Sonne zum Teil wieder blicken ließ, nahmen wir dies mit Humor ;-)

Schlussendlich holten wir uns doch noch eine zweite Eintrittskarte - war ja gratis ;-) Nein, wir wollten uns das ganze Schloss nicht nochmal ansehen - die Toiletten dort waren jedoch die saubersten verfügbaren *gg*

Nach der gemütlichen Rundfahrt hetzten wir durch Madrid, um noch rechtzeitig zum etwas zweifelhaften Höhepunkt des Abends zu kommen. Am Programm stand:

Eine "Corrida de Toros", sprich ein Stierkampf.

Die Madrider "Plaza de Toros de las Ventas" ist die bedeutendste in Spanien, und aufgrund der zur Zeit stattfindenden Festlichkeiten zu "San Isidro" werden einige Corridas veranstaltet.

Mit gemischten Gefühlen fuhren wir schon zur Plaza. Das Gebäude - ich hatte es vorher noch nie gesehen - ist tatsächlich ein sehr schönes, eindrucksvolles. Das erste Erstaunen löste schon die Menschenmenge aus, die sich dieses grausame Spektakel ansah. Die Plaza war gesteckt voll und es herrschte eine Atmosphäre wie im Fußballstadion. (Nur dass drei viertel der Zuseher Männer über fünfundfünfzig waren ;-) )

Ich muss sagen, ich habe zwar einiges an Fotos gemacht, jedoch nicht immer richtig zugesehen, was in der Arena passiert. Die ganze Corrida fängt ja eher harmlos an, indem die Matadore den Stier mit großen Tüchern reizen und in der Arena herumjagen. Ich habe gelesen, dass dies dazu dient, dem Matador das "lesen" des Stiers zu ermöglichen, das heißt sein Fluchtverhalten zu studieren. Dann fängt die Grausamkeit an. Die sogenannten Picadores kommen auf Pferden in die Arena und stechen dem Stier mit Lanzen in den Rücken. Die Pferde sind zwar mit Polsterungen geschützt, jedoch haben wir auch gesehen, dass der Stier das Pferd quasi auf die Hörner genommen hat.

Im weiteren Teil kommen die sogenannten Banderilleros in die Arena, die dem Stier drei Paare von bunten Spießen in den Rücken stecken. Zu sehen, mit wieviel Angst die da am Stier vorbeilaufen, wirft die Frage auf, WARUM die das überhaupt tun. Was einen Mann dazu verleitet, Stierkämpfer zu werden!!
Im dritten und letzten Teil tritt dann der Matador auf den Plan. Der eigentlich nach beweis seines "Mutes" - ich würde behaupten Dummheit - den Stier mit einem Degenstoß in dessen Herzen töten soll. Die Männer um uns herum haben das alles mit "Kennermiene" beurteilt - wir fanden dieses Spektakel eher grausam. Vor allem, da der schlußendlich tötende Schnitt mit einem kleinen Messer gemacht wird, wenn der Stier schon am Boden liegt. Wirkt noch grausamer, so als würden sie den Stier, der eh schon fast tot ist noch weiter quälen.

Alles in Allem war es ein eher zweifelhaftes Vergnügen, auf das Birgit und ich nach dem dritten Stier (von sechs) verzichteten. Wir haben es gesehen und unter "Meinungsbildung und Erfahrung" verbucht.
Was soll man großartig darüber sagen? Es ist ein unnötiges Schauspiel, eine unnötige Ausprägung des "Machista-Gedankengutes", das in Spanien doch recht ausgeprägt ist.

--> Fotos von der Corrida

Montag, 19. Mai 2008

Wochenende mit unerwartetem Programm :-)

Unerwartet bin ich dieses Wochenende zu "Sightseeing" gekommen, habe ich doch endlich mein ELSA-application-form abgeschickt (ELAS= european law student association und sie bieten einen Praktika-Vermittlungs-Service). Birgit, die dafür Zuständige, ist gerade auch noch in Spanien und wollte lustigerweise am Samstag ohnehin nach Cuenca kommen. Also hab ich mich spontan als Führer angeboten und wir haben einen netten Tag in Cuenca verbracht. (Hab sogar noch etwas mir unbekanntes entdeckt!)

Birgit und ihre italienische Freundin hatten geplant, gestern (Sonntag) nach San Lorenzo de El Escorial und El Valle de los Caídos zu fahren und mich eingeladen, sie zu begleiten.

Also bin ich um sechs in der Früh aufgestanden, zum Zug gelaufen, hab einige Stunden im irrsinnig wackeligen Zug verbracht und bin noch rechtzeitig in Madrid zum Bus gekommen, der uns zum circa eine Stunde entfernte El Escorial brachte.

Zum Glück schien da (noch) die Sonne, sodass wir die wunderschöne Landschaft bewundern konnten, die wir passieren mussten, um den berühmten Kloster-Palast-Komplex, den Philipp II. im 16. Jahrhundert in Auftrag gegeben wurde. Dieses riesige Gebäude, das nach dem Vatikanpalast der größte sein soll, ist ja recht beeindruckend. Leider haben wir - auf die Größe bezogen - sehr wenig gesehen. Auch die Königsgruft wurde uns verwehrt, da wir keine Führung hatten (Dafür gratis Eintritt, weil gestern "Tag des Museums" war :-) ).

Schneller als gedacht hatten wir die Besichtigung beendet und noch einige Zeit, bis der Bus zum Valle losfuhr. Also haben wir uns erstmal vor dem einsetzenden Regen in ein Restaurant geflüchtet.

Das Valle de los Caídos haben wir leider nur bei strömendem Regen und grauesten Wolken gesehen, sodass wir uns die Fahrt zu 25m hohen Kreuz gespart haben. Anscheinend soll die Sicht von dort traumhaft sein, außer Wolkensuppe hätte man gestern aber nichts gesehen.
Die in den Felsen gebaute Basilika - in der sich Francos Grab befindet - war jedoch recht beeindruckend. Sie ist ja mitunter die längste Kirche der Welt. (Wie uns erzählt wurde, wurde ein Gitter als Raumtrenner eingebaut, da der Vatikan nicht davon begeistert war, nicht die größte Kirche zu haben!)

Es war aber trotz Regen interessant dieses Monument zu sehen, das ja einige Kontroversen in sich birgt. Wurde es von Franco als Gedenkstätte für die im Bürgerkrieg umbekommenen in Auftrag gegeben - errichteten es Kriegsgefangene, wovon viele beim Bau ums Leben kamen. Man betritt den riesigen, nüchternen Bau doch mit gemischten Gefühlen. (Ich zumindest)

Nichts desto Trotz fand ich es interessant, dies gesehen zu haben - die Basilika im Inneren ist ja wirklich schön und vor allem riesig.

Hier einige Fotos!.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Gappmaier-Ladies-Trip :-)

Inzwischen gewohnt daran, meine Familie nicht rund um die Uhr zu sehen, war es doch wieder mal schön, zumindest einen Teil davon bei mir zu haben.

Als Auftakt unserer "Spanien-Tour" verbrachten wir einige Tage in Madrid. Nachdem ich diese wundervolle Stadt mit Peter schon genauest erkundigt hatte, konnte ich Mama und Inge gut zu den schönsten Plätzen führen und auch - was mich selbst etwas überraschte - mit einigem Wissen über die Stadt und die Sehenswürdigkeiten aufwarten.
Entgegen der wirklich miesen Wettervorhersage regnete es die ersten Tage zum Glück nicht, sodass uns sogar eine "Verschnaufpause" im Sonnenschein im "Parque del Buen Retiro" möglich war :-)

Den Palacio Real habe ich mir diesesmal gespart, Mama und Inge waren jedoch - wie ich vor 1,5 Wochen - begeistert davon. Während sich die zwei im Palast mit Spanischer Geschichte und Gegenwart auseinandersetzten, verbrachte ich meine Zeit Buskarten nach Cuenca und Musicalkarten für "La Bella y la Bestia" organisiserend.

Nach einem angenehmen Nachmittag im Retiro und einem guten Abendessen, brachten wir Mama ins Hostal und machten uns dann, zu Inges besonderer Freude, auf den Weg zu "La Bella y la Bestia". Sie hatte das Musical ja vorher noch nie gesehen.
Gewohnt an die historischen Bauten der Wiener Theater, war ich von diesem Neubau eher weniger begeistert, erinnerte er doch an ein Kino. Auch das Publikum weckte in mir den Eindruck, Kinopublikum zu sein - lediglich das Popcorn fehlte.

Die Show war nett - das Bühnenbild voll Technik und bunt. Bella sang als einzige wirklich gut und auch das Schauspiel der Darsteller ließ zu wünschen übrig. Wie Inge treffend sagte: mit dem Biest hatte man eher Mitleid, als Furcht vor ihm...
Pero bueno: Es war eine Erfahrung und die Musik ist ja schön ;-)

Samstag erfüllte sich leider der Wetterbericht und im strömenden Regen, bewaffnet mit Regenschirmen und -jacken gings erst zur Antigua Estación de Atocha - ein altes Bahnhofsgebäude, das zum Teil als Palmenhaus genutzt wird. So genossen wir quasi ein Frühstück im Urwald :-)

Zurück im Regen schien ein Museumsbesuch die beste Idee. Meine charmanten Reisebegleiterinnen musste auf den Genuss "Prado" verzichten - zwei mal in 2 Wochen: Nein Danke!
Da Madrid aber über drei zu den weltbesten Kunstsammlungen zählenden Museen verfügt, entschieden wir uns für die "Colleción Thyssen-Bornemisza". Als bekennender "Nicht-Kunstfan" kann ich sagen, es war nett - vor allem trocken - aber so richtig spektakuläres konnten wir nicht finden. Aber jedenfalls wurden wir trocken, die Zeit verging und wir näherten uns der Abfahrtszeit nach Cuenca.

Ankunft in Cuenca bei - Gott sei Dank - weniger Regen. Nachdem die Schlafstättenfrage gelöst war zauberte uns Esther eine spanische "Tortilla de Patatas". Sehr sehr lecker - und vor allem überaus nett von ihr :-) Die Kommunikation mit Inge und Mama funktionierte auch einigermaßen gut, im Notfall sprang ich als Dolmetscher ein ;-)

Muttertag in Cuenca:

Nach einer kurzen Nacht - musste Inge ja das "Cuenconian Nightlife" zeigen, das an diesem Samstag zugegebenermaßen wirklich nicht berauschen war - wurden wir von Mama in gewohnter Manier geweckt und nach einem guten Frühstück gings los zu "casco antiguo". Die zwei wollten natürlich endlich die berühmten "casas colgadas" mit eigenen Augen bewundern. Zum Glück spielte das Wetter mit - es war teilweise sogar Sonne und blauer Himmel zu sehen.
Cuenca zeigte sich also (fast) im besten Licht!

Aber es ist halt klein und so war die Besichtigung (sie haben alles! gesehen) am frühen Nachmittag abgeschlossen. Also zauberte ich für Mama ein tolles Muttertagsessen, als Nachspeise hatten wir einen lecker spanischen Apfelkuchen gekauft.
Da das Wetter zu schön war, um den restlichen Nachmittag in der - geputzten!!! - Wohnung zu verbringen, machte ich den Vorschlag, zu "Jesús" zu wandern. (Man bringt ja Opfer für die liebe Familie ;-) )
Der Ausblick hat die beiden - mich natürlich auch - begeistert. Der Blick auf Cuenca, der sich von hier oben bietet, ist wirklich toll. Vor allem im Sonnenschein.
Abschluss des Muttertags bildete der Besuch einer kleinen, urigen Tapasbar.

Nachdem der Bus nach Toledo - Mamas Reisehöhepunkt - am Montag schon um halb sieben abfuhr, gingen wir recht bald schlafen. Das heißt, Mama und Inge, ich telefonierte - nach vier Tagen - endlich mal wieder mit Peter, was doch länger dauerte. War also dementsprechend unausgeschlafen am nächsten Tag.

Zum Glück war das Hostal nicht weit von der Autobusstation entfernt - die Tasche, die ich den beiden mitgab, war schwerst! ;-) Aber die "Schleppstrapazen" waren ob der Schönheit Toledos schnell vergessen und Mama und Inge hellauf begeistert. Wir sind kreuz und quer durch die Stadt gelaufen... Nach einem kurzen Schläfchen auf der Parkbank hob sich auch meine Laune wieder deutlich, sodass der letzte gemeinsame Nachmittag/Abend auch noch sehr harmonisch verlief :-)

Nachdem ich die besuchten Städte schon kannte, kann ich jetzt eigentlich nichts Neues darüber berichten - hat mir alles auch beim zweiten Mal sehr gut gefallen. Toll war es, das mit Familie zu sehen, auch ihre Begeisterung und Freude zu erleben.

War toll! :-)

Samstag, 3. Mai 2008

Cuenconian Region ;-)

Peters letzten Tag bei mir hier in Spanien verbrachten wir gemütlich in der Umgebung von Cuenca.
Von meinen Mitbewohnerinnen wärmstens empfohlen, nützten wir die Gelegenheit, ein Transportmittel zur Verfügung zu haben, und fuhren zur circa dreißig Kilometer entfernten
"Ciudad Encantada". Diese verzauberte "Stadt" besteht aus verwitterten Steinformationen und ist tatsächlich ein netter Anblick. Nicht soooo beeindruckend, aber ein gutes Kontrastprogramm zu den vorangehenden Städtebesichtigungen. :-)

Lustigerweise trafen wir am Eingang auf Giovanna und Michal. Gemeinsam mit ihnen spazierten wir dann durch die Steinlandschaft und vor allem dank Michals komischem Talent wurde es ein überaus lustiger Ausflug.

Damit Peter Cuenca nicht verlassen musste, ohne Cuenca gesehen zu haben, verbrachten wir den Abend spazierend im beleuchteten
"Casco Antiguo" (Altstadt).
Jaja... Cuenca ist ja hübsch ;-)

Valencia - oder: Das Wandern ist des Müllers Lust...

Nach einem übernachtungstechnischen Zwischenstopp in Cuenca und dem "Party-Vorbereitungs-Einkauf" ging es Mittwoch mittags mit unserem sportlich-roten Flitzer richtung Valencia

Man hört ja viel über diese Stadt, aber eigentlich nicht, was sie "touristisch" zu bieten hat, daher der Plan: Stadtplan besorgen und drauflosmarschieren!

Ganz anders als das übersichtliche Madrid besteht Valencias Altstadt aus einem Gewirr von engen Gässchen, die ab und an zu einem kleinen, verschlafenen Plätzchen führen. Man erkennt daher auf den ersten Blick, dass Valencia lange vor Madrid erbaut wurde. Ein Vergleich ist also schwierig, stehen sich Valencias mittelalterlicher Charme und Madrids eher barocker, royaler Flair gegenüber.

Beiden Städten ist jedoch die Bestrebung nach Moderne gemein. Während Barcelona momentan Inbegriff des "modernen, urbanen Lebens" ist, arbeiten Madrid und Valencia noch daran, nicht als "historische Städte" gekannt zu werden. (So zumindest mein Eindruck, nachdem ich nun alle drei gesehen habe.)

Nach also zwei Stunden Autofahrt und einer dreiviertelstunde Parkplatzsuche (*grml* wir hatten zwar ein Navi, das kannte jedoch alle Einbahnen Valencias nicht, sodass wir viiiiel im Kreis gefahren sind!) die freudige Überraschung des wirklich tollen Hostals! (Gut organisiert, Irene! ;-) ) Und unser Eroberungszug wurde fortgesetzt ;-)

Ein Besichtigungs-Muss in Valencia: La Ciudad de las Artes y las Ciencias (Kennt jeder von Fotos!)
Wir hätten sogar Gelegenheit gehabt, ein Konzert des Synphonieorchesters unter der Leitung von Lorin Maazel anzuhören - es waren jedoch alle sooo schön gekleidet, dass wir uns mit unseren Jeans fehl am Platz vorkamen. Stattdessen haben wir lieber Fotos gemacht! *hihi*

Da Valencia ja (angeblich) am Meer liegt, entschieden wir uns, Fisch zu essen und zum Hafen zu spazieren. Großer Fehler!!!

Der Hafen von Valencia liegt weitest entfernt von der Altstadt, ein Fußmarsch in eine Richtung ist schon nicht sehr lustig, wieder zurück eine Qual! Nachdem wir schließlich auch fast kein passendes Restaurant fanden, drohte die Laune kurzzeitig zu kippen :-( Schlußendlich war das Essen aber lecker (wenn auch teuer). Die Idee, für den Rückweg die Metro zu nehmen war gut, jedoch nicht durchführbar, weil nichts beschrieben, nichts gefahren... - also zu Fuß!

Der Fußweg bescherte uns die Gelegenheit, die Ciudad del las Artes y las Ciencias noch nächtlich beleuchtet zu fotografieren, ein kleiner Trost hinsichtlich der schmerzenden Beine!

Meinen Geburtstag habe ich dann mit strahlendem Sonnenschein und meinem Liebling in Valencia verbracht. Gemütlich schlendernd und die Sonne auf der "Plaza Ayuntamiento" genießend, bevor wir die Stadt der grauslichen Fußmärsche wieder richtung Cuenca verließen, wo noch einiges an Arbeit auf uns wartete, hatte ich doch zu einer kleinen "Party" geladen :-)

Die Gäste um 23.00 erwartet, trafen sie um 24.00 ein - wir hätten uns den leichten Stress vorher sparen können, aber man weiß ja nie! Das quasi "Palatschinkenbuffett" haben wir im perfekten Teamwork kreiert ;-) (Ich hatte die Idee, Peter hat sie großartig ausgeführt!)

Knaller des Abends waren wohl die Geschenke, die mir die "Erasmustruppe" überreichte! :-)
Sie wissen, dass ich Schuhe liebe - auch, dass ich Pink nicht unbedingt mag... was sie nicht wussten: "rosa-glitzer" ist gaaaanz etwas anderes und so trafen sie quasi unwissend den Nagel auf den Kopf :-D
(Ihre Begründung war, auch ich bräuchte ein Kleidungsstück im "Cuenconian Style"!)

Dass Karolina auch noch das Toilettpapier vom "Toilett-Man" mit mir teilte, fand ich fast rührend! Besitze ich doch nun ein tolles Andenken, beziehungsweise hat sie ein "Papel de la Suerte" (Glückspapier) daraus gemacht! *grins*

Konsequenterweise habe ich meine neuen Schuhe - womöglich die Schönsten der Welt, jedenfalls aber von Cuenca!! - auch beim anschließenden "Ausgehen" angehabt. Damit hatten sie nicht gerechnet ;-) Leider sind sie mir etwas zu klein, ich befürchte also, ich kann sie nicht sooo oft tragen! *oooh*

Madrid - Eroberung der Hauptstadt

Nach zweieinhalb Stunden Busfahrt nach Madrid, die überraschend schnell vergingen, einer weiteren Stunde in der Metro und glücklicher Ankunft Peters, stand der Eroberung Madrids quasi nichts mehr im Wege. Das Hostal war schnell gefunden - die kluge Irene hat die Wartezeit am Flughafen ja genützt und sich einen Stadtplan besorgt - und die Erkundungstour konnte beginnen.
Was eigentlich ein gemütlicher Spaziergang mit "Nahrungssuche" hätte werden sollen, wurde fast zum Gewaltmarsch. Ohne einen Blick auf die Karte zu werfen, haben wir uns etwas verlaufen. (Diese Tour sollte jedoch im weiteren Verlauf der Reise übertroffen werden.)


Also nicht gemütlich, dafür sehr eindrucksvoll und (wir) sportlich beschlossen wir den ersten Abend in Madrid.

Jeden Sonntag findet in Madrid Europas größter Flohmarkt statt, den ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. Der Markt zieht sich fast über ein halbes Stadtviertel und es tummeln sich tausende Menschen in den engen Gässchen. Zu finden ist von "modern-alternativ" über Kunsthandwerk bis schlussendlich richtiger "Trödel und Antiquitäten" alles.

Nach dem doch anstrengenden Marktbesuch und aufgrund der Hitze wurde weiteres Sightseeing verschoben und stattdessen durch den "Parque del Buen Retiro" gebummelt. Dieser riesige Park im Herzen Madrids ist nicht nur bei den Touristen beliebt, ungestörtes Schlendern und Relaxen auf Parkbänken ist aufgrund seiner Größe jedoch leicht möglich. Der sogenannte "See" hat uns jedoch enttäuscht - sieht er auf dem Plan riesig aus - ist er doch in Wirklichkeit nur ein rechteckiger Teich, auf dem die "richtigen Touristen" sich Ruderboote mieten können.

Gegen abend setzten wir die Erkundungstour fort, natürlich in Verbindung mit "Futtersuche". (Nein, diesmal haben wir uns nicht verlaufen!!)
Einen tollen Ausklang fand der Abend auf einem von Madrids tollen Plätzen mit Sangria und Sternenhimmel ;-)

Madrid weist zwar nicht soviele "deklarierte Sehenswürdigkeiten" auf, wie zum Beispiel Barcelona, besticht jedoch durch ihr Ambiente und Flair. Man spaziert durch kleine Gässchen und schöne Boulevards, kommt an verschiedensten Plätzen und superschönen Bauwerken vorbei. Obwohl Hauptstadt, wirkt Madrid nicht hektisch und touristisch. Man hört sogut wie kein Deutsch auf den Straßen, lediglich Spanisch und Italienisch. Auch auffallend, wie "grün" Madrid ist. Die vielen Parks und bepflanzten Plätze sind - so empfinde ich - ein großes Plus

Hauptattraktion ist natürlich der Palacio Real - klar, wir befinden uns ja in einer Monarchie. Die Führung (mit Audioguide) war interessant, zum Teil jedoch sehr sehr sehr detailliert. Die Räumlichkeiten sehr schön, der Palacio wird ja von der Königsfamilie nur mehr zu repräsentativen Anlässen verwendet, trotzdem ist es etwas eigenartig, sich vorzustellen, dass die Räumlichkeiten heute noch dafür verwendet werden, wofür sie gebaut wurden.
(Schönbrunn zB ist halt einfach ein "Museum")

Nach einem lustigen Erlebnis in einer Eisdiele - ich wollte nur die Namen der Eissorten lesen, da ließ uns der Verkäufer gleich fünf Sorten kosten :-) - hielt der Abend noch ein weiteres Highlight für uns bereit: Beim obligaten "Besuch" der Chinos (Lebensmittelhändler, vermutlich Chinesen, die ständig geöffnet haben) entdeckten wir "Guarana". Bescherte uns eingefleischten "Brasilien-Fans" natürlich Begeisterungsausbrüche, da man dieses Getränk (eventuell vergleichbar mit "Almdudler") eigentlich nur in Brasilien bekommt. Mit der Dose veranstalteten wir dann gleich noch ein Fotoshooting ;-)

Nachdem sich in der Stadt drei der weltweit bedeutendsten Kunstsammlungen befinden (Museo del Prado, Museo Thyssen-Bornemsza und Centro de Arte Reina Sofía), mussten wir natürlich das "bekannteste" - Museo del Prado - besuchen und so verbrachten wir den Dienstag zwischen Velázquez, Rubens, Rembrandt, Goya und Dürer (hier: Durero!!!).

Unser letzter Tag in Madrid, also holten wir das Leihauto vom Flughafen ab und brachen in Richtung Cuenca auf.

Einen kleinen Zwischenstopp legten wir in "Campo de la Criptana" ein, da ich endlich mal Windmühlen sehen wollte und dort stehen sie gleich "zu Hauf" :-) Ich glaube, Peter war noch begeisterter davon, er hat glaub ich tausende Fotos gemacht ;-)