Montag, 10. März 2008

...ein kleiner Ausflug in den "Orient"

Der eher spontane Kurztripp nach Granada nahm schon einen speziellen Anfang, ergab es sich nämlich, dass Janna (meine Hamburger Freundin, die ich in Iguazú kennenlernen durfte) gerade an diesem Wochenende ihre Schwester Inga in Madrid besuchte und sich uns damit die Möglichkeit eines Wiedersehens bot. Nach einigen Mails zwischen Madrid-Cuenca-Paris (Janna ist dort gerade Erasmus) war das Treffen ausgemacht und alle nötigen Details ausgetauscht - quasi problemlos in der Umsetzung...
Etwas müde vom vornächtlichen Ausgehen in Cuenca stieg ich freitags gegen 14.00 in den Bus nach Madrid, dort angekommen, waren die Buskarten nach Granada überraschend schnell organisiert und ich schrieb noch kurz das vereinbarte sms an Inga, bevor ich voller Vorfreude in die Metro stieg. Dann der Schock, als ich kurz vor der verabredeten Haltestelle ein sms mit folgendem Inhalt bekomme: "quien eres?"... Ein düsterer Verdacht drängte sich mir auf, der sich leider bestätigte, als ich die Nummer sicherheitshalber auch noch anrief... Das war nicht Ingas Handynummer! Irene also mutterseelen allein irgendwo in Madrid und kurz davor ein bisschen den Kopf zu verlieren, entscheidet sich jedoch dagegen und überlegt, was tun... Glücklicherweise hab ich ja schon sowas wie Freunde in Cuenca und Nacho (Mexikaner) saß auch zufällig grade vor seinem Computer - "webmail.stud.uni-graz.at" einem Mexikaner zu erklären ist nicht ganz so einfach, musste ich feststellen. Auch sind Mails in deutscher Sprache nicht unbedingt Mexikanerfreundlich! Schlußendlich hatte ich dann aber doch die richtige Nummer und so verbrachten wir plaudernd bei Rotwein, Sekt und selbstgemachter Spinatlasagne einen supernetten Abend in Ingas Wohnung...

Mein Bus verließ Madrid um 1.30 - mein Plan die Nacht durchzufahren und eine Übernachtung im Hostel zu sparen war gut - aber nicht 100%ig ausgereift, wie ich feststellen musste. Bei fünf Stunden Busfahrt bekommt man nicht genügend Schlaf, um 6.30 ist es verdammt kalt - auch im Süden Spaniens - und um diese Uhrzeit hat in Granada noch nichts geöffnet. Mit diesen Erkenntnissen, verstärkt durch die allgemeine "Unsicherheit" noch keine Übernachtungsmöglichkeit zu haben, begann ich Granada (Stadt-)planlos zu erkunden... Ein Glück, dass das Zentrum von Granada auch nicht sooo groß ist! Spazierend mordete ich einige Stunden (schlug sie also tot *witz*), bis die Touristinfo aufmachteund ich mir endlich einen Stadtplan besorgen konnte. Um 12.00 hatte ich dann schließlich auch - nach langem Suchen, ettlichen Kilometern Fußmarsch und leicht aufkeimender Panik - einen Schlafplatz in einem sehr netten Hostel gefunden.

Nach bezogenem Quartier begann ich die "richtige" Sightseeingrunde durch
Granada ...

Müde und mit schmerzenden Füßen lag ich an diesem Abend schon gegen 20.30 im Bett, musste ich doch am nächsten Tag sehr bald aufstehen. Meine neue Unorganisiertheit ein weiteres mal verfluchend hatte ich nämlich erfahren, dass man die Tickets für die Alhambra vorbestellen sollte. Glücklicherweise gibt es jedoch ein Kontingent an Karten, die täglich ab 8.oo verkauft werden - das bedeutet nur: schnell sein und früh anstellen!
Somit hieß es um 6.00 aus den Federn, Station des Busses suchen, der direkt zur Alahmbra fährt und Beine in den Bauch stehen bis 8.00. Der Bus war schnell gefunden, lediglich zweiteres stellte sich als schwierig heraus, war es doch - wie auch vortags - sehr kühl um diese Uhrzeit und musste ich weiters feststellen, dass inzwischen beide Füße bei jedem Schritt schmerzten. Dies war aber kurz vergessen, als ich endlich mein Ticket in Händen hielt - das Vergessen hielt jedoch nicht lange vor, legte ich doch an diesem Tag wieder einige Kilometer zurück, wenn auch diesmal im Schneckentempo und einem äußerst eleganten Gehstil! ;-)


Die Schmerzen zu ertragen hat sich jedoch vollends gelohnt - die
Alhambra und die Generalife sind irre beeindruckend!

Ohnehin langsam unterwegs ließ ich mir Zeit, um die Schönheit der Alhambra und den warmen Sonnenschein zu genießen, bevor ich mich humpelnd in Richtung Stadt aufmachte - was sonst noch den ganzen Tag machen?
Da der Weg von der Alhambra bis zur Plaza Nueva sogar für mein Schneckentempo nicht stundenfüllend war, entschloss ich mich den restlichen Nachmittag kartenschreibend und straßenkünstlerbetrachtend auf der Plaza Nueva zu verbringen - sehr relaxed! Inzwischen machte mir mein Spontanausflug auch schon wieder richtig Spaß, war doch der Stress wegen Unterkunft und Tickets Schnee von gestern... :-)

Nach einer verspäteten Siesta im Hostel startete ich gegen 20.00 noch den finalen
Nachtspaziergang duch Granada
, in der Hoffnung einige "Postkarten-kitschige" Fotos zu schießen ;-) Erwartungsgemäß war ich auch von dieser Seite Granadas schwer begeistert... Hier kommen einfach die arabische und die europäische Kultur interessant vermengt zutage, was mir richtig gut gefällt und in mir den Wunsch verstärkt hat, mir nun endlich auch mal den Orient etwas genauer anzusehen! *reisepläneschmiede*

Was mir sonst noch so aufgefallen ist in Granada? Während wohl Cuenca das "Trainingshosen-Paradies" ist, scheint Granada die "Alternativen-Hochburg" Spaniens zu sein... ich hab noch nie irgendwo soviele Dreadlocks gesehen! ;-)

Heute morgen um 10.00 wurde dann die "Heimreise" angetreten... 5 Stunden im Bus nach Madrid, dort 1,5 Stunden warten auf den Bus nach Cuenca und dank Fortuna auch noch den "langsamen" Bus erwischt, der nicht nur 2, sondern fast 3 Stunden braucht, weil er die winzigsten Dörfer ansteuert... Schlussendlich bin ich jedoch wieder - mehr oder weniger - heil in Cuenca gelandet und hab viel "fürs Leben" und über Spanien gelernt ;-)

... und jetzt kümmere ich mich erstmal um meine Füße, ich will übermorgen wieder auf die Uni "gehen" und nicht "humpeln" :-)

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