Samstag, 3. Mai 2008

Madrid - Eroberung der Hauptstadt

Nach zweieinhalb Stunden Busfahrt nach Madrid, die überraschend schnell vergingen, einer weiteren Stunde in der Metro und glücklicher Ankunft Peters, stand der Eroberung Madrids quasi nichts mehr im Wege. Das Hostal war schnell gefunden - die kluge Irene hat die Wartezeit am Flughafen ja genützt und sich einen Stadtplan besorgt - und die Erkundungstour konnte beginnen.
Was eigentlich ein gemütlicher Spaziergang mit "Nahrungssuche" hätte werden sollen, wurde fast zum Gewaltmarsch. Ohne einen Blick auf die Karte zu werfen, haben wir uns etwas verlaufen. (Diese Tour sollte jedoch im weiteren Verlauf der Reise übertroffen werden.)


Also nicht gemütlich, dafür sehr eindrucksvoll und (wir) sportlich beschlossen wir den ersten Abend in Madrid.

Jeden Sonntag findet in Madrid Europas größter Flohmarkt statt, den ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. Der Markt zieht sich fast über ein halbes Stadtviertel und es tummeln sich tausende Menschen in den engen Gässchen. Zu finden ist von "modern-alternativ" über Kunsthandwerk bis schlussendlich richtiger "Trödel und Antiquitäten" alles.

Nach dem doch anstrengenden Marktbesuch und aufgrund der Hitze wurde weiteres Sightseeing verschoben und stattdessen durch den "Parque del Buen Retiro" gebummelt. Dieser riesige Park im Herzen Madrids ist nicht nur bei den Touristen beliebt, ungestörtes Schlendern und Relaxen auf Parkbänken ist aufgrund seiner Größe jedoch leicht möglich. Der sogenannte "See" hat uns jedoch enttäuscht - sieht er auf dem Plan riesig aus - ist er doch in Wirklichkeit nur ein rechteckiger Teich, auf dem die "richtigen Touristen" sich Ruderboote mieten können.

Gegen abend setzten wir die Erkundungstour fort, natürlich in Verbindung mit "Futtersuche". (Nein, diesmal haben wir uns nicht verlaufen!!)
Einen tollen Ausklang fand der Abend auf einem von Madrids tollen Plätzen mit Sangria und Sternenhimmel ;-)

Madrid weist zwar nicht soviele "deklarierte Sehenswürdigkeiten" auf, wie zum Beispiel Barcelona, besticht jedoch durch ihr Ambiente und Flair. Man spaziert durch kleine Gässchen und schöne Boulevards, kommt an verschiedensten Plätzen und superschönen Bauwerken vorbei. Obwohl Hauptstadt, wirkt Madrid nicht hektisch und touristisch. Man hört sogut wie kein Deutsch auf den Straßen, lediglich Spanisch und Italienisch. Auch auffallend, wie "grün" Madrid ist. Die vielen Parks und bepflanzten Plätze sind - so empfinde ich - ein großes Plus

Hauptattraktion ist natürlich der Palacio Real - klar, wir befinden uns ja in einer Monarchie. Die Führung (mit Audioguide) war interessant, zum Teil jedoch sehr sehr sehr detailliert. Die Räumlichkeiten sehr schön, der Palacio wird ja von der Königsfamilie nur mehr zu repräsentativen Anlässen verwendet, trotzdem ist es etwas eigenartig, sich vorzustellen, dass die Räumlichkeiten heute noch dafür verwendet werden, wofür sie gebaut wurden.
(Schönbrunn zB ist halt einfach ein "Museum")

Nach einem lustigen Erlebnis in einer Eisdiele - ich wollte nur die Namen der Eissorten lesen, da ließ uns der Verkäufer gleich fünf Sorten kosten :-) - hielt der Abend noch ein weiteres Highlight für uns bereit: Beim obligaten "Besuch" der Chinos (Lebensmittelhändler, vermutlich Chinesen, die ständig geöffnet haben) entdeckten wir "Guarana". Bescherte uns eingefleischten "Brasilien-Fans" natürlich Begeisterungsausbrüche, da man dieses Getränk (eventuell vergleichbar mit "Almdudler") eigentlich nur in Brasilien bekommt. Mit der Dose veranstalteten wir dann gleich noch ein Fotoshooting ;-)

Nachdem sich in der Stadt drei der weltweit bedeutendsten Kunstsammlungen befinden (Museo del Prado, Museo Thyssen-Bornemsza und Centro de Arte Reina Sofía), mussten wir natürlich das "bekannteste" - Museo del Prado - besuchen und so verbrachten wir den Dienstag zwischen Velázquez, Rubens, Rembrandt, Goya und Dürer (hier: Durero!!!).

Unser letzter Tag in Madrid, also holten wir das Leihauto vom Flughafen ab und brachen in Richtung Cuenca auf.

Einen kleinen Zwischenstopp legten wir in "Campo de la Criptana" ein, da ich endlich mal Windmühlen sehen wollte und dort stehen sie gleich "zu Hauf" :-) Ich glaube, Peter war noch begeisterter davon, er hat glaub ich tausende Fotos gemacht ;-)

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